Die pflanzlichen Verhütungsmittel unserer Vorfahren

 

Es gab Zeiten, da war die Sexualität lange nicht so tabubehaftet wie heute. Die Lust und Leidenschaft gehörte dazu, war ganz natürlich. Später als die Kirche das Sagen hatte und die Sexualität zur Sünde erklärt wurde begann die noch andauernde Zeit der Tabuisierung.

Umso wichtiger wurde das Wissen der Weisen Frauen wie man eine Schwangerschaft verhütet oder gar abbricht. Hier war genaues Wissen gefragt und doch möchte ich nicht wissen wie viele Frauen durch einen Schwangerschaftsabbruch  ihr Leben lassen mussten.

Es gibt eine Reihe von Kräutern, deren vermehrte Aufnahme zum Abort führen können.

Hier einige Pflanzen, die in bestimmten Mengen abtreibend wirken.

  • Bärlapp ( Lycopodium spp*)
  • Tollkirsche (Athropa belladonna)
  • Gänseblümchen (Bellis perennis)
  • Klatschmohn (Papaver rhoeas)
  • Schlafmohn (Papaver somniferum)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Wermut (Artemisia absinthium)
  • Sadebaum , Stink-Wacholder (Juniperus sabina )
  • Kamille (Chamomilla recutita; syn. Matricaria chamomilla)
  • Mutterkorn (Claviceps purpurea)
  • Andorn (Marrubium vulgare)
  • Beifuß (Artemisia vulgaris)
  • Rainfarn (Tanacetum vulgare)
  • Sumpfporst ( Ledum palustre)
  • Ehrenpreis ( Veronica chamaedrys)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Petersilie (Petroselinum crispum)

 

Fünf dieser Pflanzen möchte ich euch etwas näher vorstellen.

 

Der Wermut, botanisch Artemisia absinthium. Eine sehr bittere Pflanze, die die Verdauungssäfte anregt aber auch die Menstruation, was zum Abort führen kann.

Der hohe Gehalt an Thujon, einem ätherischen Öl, welches nervenschädigend ist lässt den Wermut mit Bedacht anwenden.

In geringen Mengen ist diese Pflanze ein wundervolles Heilkraut, zu hoch dosiert und falsch angewendet kann der Wermut viel Schaden anrichten.

Wermut KS

Die kleine Schwester des Wermuts ist der Beifuß, botanisch Artemisia vulgaris genannt. Sie ist der Göttin Artemis geweiht. Eine Göttin, die bei Geburten oft um Beistand gebeten wurde.

Wir kennen den Beifuß als Gewürz für fettige Speisen. Er bringt, ähnlich wie der Wermut, die Verdauungssäfte zum fließen. Der Beifuß kann aber noch mehr, er bring alles zum fließen. So regt er den Schweißfluss an, erhöht die Harnausscheidung, regt den Eisprung an und fördert die Menstruation. Ein weiterer positiver Effekt ist die Reinigung des Blutes.

Auch wenn beim Beifuß der Gehalt an Thujon geringer ist als beim Wermut (oder Rainfarn, zu dem wir noch kommen) so kann ein übermäßiger Genuss ebenfalls zum Abort führen.

Oftmals wurde Beifuß nach dem Geschlechtsakt genommen um, wie wir bereits wissen, die Menstruationsblutung anzuregen.

Beifuß KS

Die Pflanze mit sehr hohen Thujonwerten ist der Rainfarn, botanisch Tanacetum vulgare.

Diese stark duftende Pflanze mit den gelben Knopfblüten wurde früher den Neugeborenen mit in die Wiege gelegt. Sie gilt als starke Dämonenabwehr. Auch wurde der Rainfarn bei Geburten verräuchert um Dämonen vom Kind fernzuhalten.

Im Gegensatz zum Wermut oder gar dem Beifuß wirken hier schon geringere Mengen nervenschädigend und abtreibend. Der Thujongehalt schwankt und so ist die Dosierung extrem schwierig.

Rainfarn2KS

Die Himbeere (Rubus idaeus), besser gesagt ihre Blätter werden erfolgreich bei der Geburtsvorbereitung eingesetzt. Die Inhaltsstoffe der Himbeerblätter kräftigen die Gebärmutter, fördern die Elastizität des Beckenbodens, der Gebärmutter und des Dammbereiches. Weiter kräftigt die Himbeere das Bindegewebe und sie lockert die Muskulatur im Unterleib. Letzteres hat den Ruf, zu früh eingenommen, zu Fehl- oder Frühgeburten zu führen. Dies gilt aber nur für große Mengen an Himbeerblättertee. In Maßen getrunken schadet der Tee während der Schwangerschaft nicht.

Himbeere

Kein Wildkraut, aber häufig in Gärten anzutreffen ist die Petersilie, Petroselinum crispum.

Das in der gesamten Pflanze enthaltene Öl Apiol regt zu Muskelkontraktionen an. Besonders betroffen ist die glatte Muskulatur der Gebärmutter. Zur Geburt eine willkommene Eigenschaft des Apiol, in großen Mengen und während der Schwangerschaft kann es zur ungewollten, zu frühen Austreibung des Ungeborenen kommen.

Der höchste Anteil des Öls befindet sich in den Samen der Petersilie.

Nach dem Geschlechtsakt eingenommen sollte die Petersilie dafür sorgen, dass es zu keiner Befruchtung kam.

Petersilie

 

Viele der abtreibenden Pflanzen gefährdeten allerdings auch das Leben der Frau, so wie zum Beispiel der Rainfarn und die Petersilie.