Thema Hochsensibilität

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Hochsensibilität und Mikronährstoffe                            Teil 1

Gleich vorweg, ja, hochsensible Menschen brauchen eine höhere Menge an Mikronährstoffe. In diesem ersten Teil möchte ich grob erzählen warum das so ist. Auf die Mikronährstoffe im Detail gehe ich im zweiten Teil ein.

Was sind Mikronährstoffe?

Es gibt Mikro- und Makronährstoffe. Makronährstoffe sind Energielieferanten wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Mikronährstoffe sind:

  • Vitamine
  • Mineralstoffe

– Mengenelemente

– Spurenelemente

  • Aminosäuren und
  • Omega-Fettsäuren

Wir hochsensible Menschen sind auf vermehrte Energie angewiesen, weil wir fast immer auf Hochtouren laufen. Unser Körper stellt Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP) in den Mitochondrien her. Hierzu benötigen die Mitochondrien Mikronährstoffe.

Überforderung, Unruhe, Stress, Reizüberflutung, Schlafstörungen und auch Umweltgifte fordern Energie und lassen freie Radikale entstehen. Es entsteht Zellstress, welches wiederum ein Mehr an Mikronährstoffen fordert. Um die Mikronährstoffe in die Zellen und somit in die Mitochondrien zu transportieren wird ATP benötigt. Ist nicht genügend ATP vorhanden, können keine Nährstoffe in die Zelle transportiert werden und dadurch auch kein ATP produziert werden, ein Kreislauf, in dem mit der Zeit die Energiebereitstellung in den Mitochondrien fast zum Stillstand kommt. Es kommt zur mitochondrialen Dysfunktion, wir fühlen uns schlapp und müde.

Durch die ungefilterte Reizüberflutung wird das Nervensystem ständig aktiviert, was eine kontinuierliche Bereitstellung von Neurotransmittern (Botenstoffen) hervorruft. Zudem sind wir relativ stark stressempfindlich.

Wir kennen drei Arten von Stressoren:

  • Internale Stressoren
  • Externale Stressoren und
  • Psychische Stressoren

Wir haben zwei Stressachsen im Körper. Eine Stressreaktion läuft über die Sympathikus – Nebennierenmark – Achse, das ist das autonome Nervensystem. Die zweite Stressachse geht über das endokrine System, der Hypothalamus – Hypophyse – Nebennierenrinde – Achse.

Die Aktivierung von Stressabläufen im Körper war wichtig für unser Überleben in früheren Zeiten. Die Freisetzung von Neurotransmittern und Stresshormonen halfen uns zu fliehen oder zu kämpfen. Nach der körperlichen Anstrengung und der Entwarnung entspannt sich alles wieder. Nun sind wir heute nicht mehr in der Lage bei Stress zu fliehen oder zu kämpfen und so bleibt der ‚Stress-Chemiecocktail‘ in unserem Körper länger bestehen.

Wenn nun die Stressoren größer sind als die Regulationsmechanismen des Körpers, z.B. durch Dauerstress, wird die zweite Stressachse dauerhaft aktiviert. Es kann zu chronischem Stress kommen, der – natürlich – auch mehr an Mikronährstoffen verbraucht um ständig Neutotransmitter und Stresshormone zu produzieren.

Ein weiteres wichtiges Organ für uns Hochsensiblen ist der Darm. Stress und Hektik schlägt auf den Magen, dass haben wir sicher alle schon gehört oder sogar erlebt. Darmbeschwerden, wie zum Beispiel das bei Hochsensiblen häufiger auftretende Leaky-Gut Syndrom, einer Durchlässigkeit der Darmwand. Diese Durchlässigkeit produziert eine permanente Entzündung, die wiederum Stress für die Zellen bedeutet.

Außerdem wird bis zu 97 % unseres Seratonins – wir erinnern uns, das ist unser ‚Wohlfühlhormon‘ – im Darm hergestellt. Dazu benötigt der Körper? Na? Richtig, Mikronährstoffe. Welche das sind schreibe ich im zweiten Teil.

Da ein Mangel an Mikronährstoffen auch zu Depressionen und Burn-out führen kann, erklärt warum hochsensible Menschen zu eben diesen psychischen Erkrankungen neigen können.

Jetzt könnte man meinen, viel hilft viel und man nimmt eine ordentliche Portion an Nahrungsergänzungsmittel zu sich. So einfach ist das leider nicht. Ein Zuviel an Mikronährstoffen kann auch schaden. Im Idealfall lässt man seine Mikronährstoffe im Körper labortechnisch bestimmen. Mehr dazu und was man sonst noch machen kann, gibt es im 3. Teil.