Umgang mit hochsensiblen Kindern Teil 3

Es wird alles zu viel

Als hochsensibler Elternteil kennen Sie das gut, als normalsensibler Elternteil haben Sie damit Ihre Probleme – die Reizüberflutung Ihres hochsensiblen Kindes.

Ihr Kind ist vielen Reizen ausgesetzt, innere wie äußere. Wie wir bereits wissen, werden diese Reize ungefiltert an das Gehirn weitergeleitet. Schnell ist Ihr Kind überfordert, nervös und gestresst. Es reagiert entweder total überdreht oder es zieht sich zurück. Oft weinen diese Kinder, was sie oft als schüchtern und ängstlich dastehen lässt.

Jeder Mensch braucht Reize, auch die hochsensiblen, nur ist bei ihnen das Maß schneller voll.

Es ist schwer abzuschätzen was zu viel ist. Zu wenig Reize sorgen für Langeweile, zu viele Reize bereiten Unbehagen.

Ist Ihr Kind überreizt, funktioniert so gut wie gar nichts mehr, was das Kind natürlich noch mehr frustriert. Ideal wäre es, das Kind aus dieser Situation herauszunehmen, was aber oft gar nicht möglich ist.

Innere Reize sind beängstigende Vorstellungen, aber auch der Körper reagiert sensibler auf Dinge, die ihm zugeführt werden, das können bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Cola) oder auch Medikamente sein. Hat nun Ihr Kind Erinnerungen an eine Situation, die es als total stressend und überfordernd empfunden hat, strömen bei der nächsten ähnlichen Situation nicht nur äußerliche Reize sondern auch innere Reize auf ihn ein.

Bitte, liebe normalsensiblen Eltern, versucht zu verstehen, dass Ihr Kind auch in Situationen überfordert reagiert, wo Sie selber überhaupt keine Überforderung erkennen! Glauben Sie Ihrem Kind und stehen Sie Ihm zur Seite, auch wenn Sie es nicht verstehen.

Ihr Kind ins Wasser zu werfen um ihm zu zeigen das es nicht schlimm ist, geht bei hochsensiblen Kindern garantiert nach hinten los.

Wie können Sie nun Ihrem hochsensiblen Kind helfen?

Glauben Sie Ihrem Kind! Es stellt sich nicht an. Loben Sie Ihr Kind für Dinge, die es gemacht, bzw. bewältigt hat. Es ist so wichtig Ihrem Kind Selbstvertrauen zu geben.

Steht eine Prüfung an, sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind gut vorbereitet ist, das gibt Ihrem Kind Sicherheit.

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es völlig in Ordnung ist wie es ist. Es ist keine Mimose, die in Watte gepackt werden muss. Trotz seiner niedrigen Reizschwelle und seiner Hochsensibilität ist Ihr Kind ein ganz normales, liebenswertes Kind!

©Petra Nadolny 2020