Waldbaden

Für hochsensible Menschen ist der Aufenthalt im Wald eine Wohltat. Da kommt der Trend aus dem fernen Japan wie gerufen. Das Waldbaden.

Der Aufenthalt im Wald beruhigt unsere überreizten Nerven, ist gesund und übt uns in Achtsamkeit. 

Hier möchte ich zwei Bereiche der Sinne ansprechen, die beim Waldbaden stark auf hochsensible Menschen Einfluß haben:

  • das Riechen und
  • das Hören

Wir haben es alle schon erlebt, Gerüche beeinflussen unsere Stimmung. Viele Gerüche haben wir mit Erinnerungen verknüpft. Verbinden wir einen noch so schönen Geruch mit einem negativen Ereignis, mögen wir meist den Duft nicht mehr. Das Gute ist, unsere Dufterinnerung lässt sich ‚überschreiben‘.

Hochsensible Menschen reagieren empfindsamer auf Gerüche. Starke intensive Gerüche sind meist ein Greul. Viele verschiedene Gerüche hintereinander, wenn wir auf der Suche nach unserem Duft sind, stresst viele hochsensible Menschen. Dabei lassen sich Düfte gut als Nerven und Psyche stärkend einsetzen, aber eben vorsichtig und sparsam.

Zurück zum Wald.
Gehen wir bei diesem Wetter wie heute – es ist sonnig und sehr warm – durch einen Nadelwald, können wir den Duft deutlich riechen. Die ätherischen Öle der Nadelbäume enthalten viele Terpene, die uns Energie geben aber auch beruhigen können – je nach Art. Diese Terpene tragen auch einen Großteil dazu bei, dass wir uns im duftenden Wald viel kraftvoller und konzentrierter fühlen. Was viele vielleicht nicht wissen, die Terpene gelangen nicht nur über unsere Riechschleimhäute in den Körper, sie können auch über die Haut in unseren Körper gelangen.
Noch etwas hat der Wald zu bieten und zwar eine große Menge an Negativ-Ionen. Ihr habt noch nichts von den Negativ-Ionen gehört? Die Luft besteht aus Positiv- und Negativ-Ionen, als positiv und negativ geladene Teilchen – das kennen wir bestimmt noch aus der Schule. Die negativ geladenen Ionen fördern den Sauerstofftransport zu unseren Körperzellen und sind somit wichtige Helfer um uns wohl zu fühlen, um energiereicher, klarer zu sein. Alles wichtige Verbündete für unsere Lebensfreude.
Die Wirkung der ätherischen Öle der Nadelbäume ist nicht immer gleich, so wie die Zusammensetzung der ätherischen Öle je nach Baumart variiert, so unterschiedlich ist deren Wirkung auf unser Wohlbefinden.
Hier ein paar Beispiele:    
Die Fichte baut die Psyche auf und wirkt aktivierend auf uns.
Die Kiefer, als Beispiel die Waldkiefer wirkt kräftigend auf die Nerven.
Die sommergrüne Lärche wirkt ebenfalls kräftigend auf die Nerven und gibt uns Energie.
Die Weißtanne, ihre Düfte stärken uns, wirken anregend und stimulierend und fördern die Konzentration.
Einen Duft dürfen wir im Wald nicht vergessen, den Duft der Erde. Wie beruhigend und geborgen fühlt man sich, wenn wir bei Wärme oder nach einem Regenschauer den Duft der Erde wahrnehmen. Der Duft ist im wahrsten Sinne erdend.

Nach dem Sinneseindruck ‚Riechen‘ möchte ich nun zu dem ‚Hören‘ kommen. Ein, wie ich finde, ganz wichtiges Element, wenn wir uns im Wald, bzw. generell in der Natur aufhalten.

Unser Leben besteht aus Geräuschen, meist sind es laute Geräusche, gewollt oder oft auch ungewollt. Ein hoher Geräuschpegel verursacht Stress. Wenn du hochsensibel bist noch viel eher als bei anderen Menschen.

Stille ist wertvoll geworden, viele Menschen müssen erst suchen, bis sie einen Ort der Stille finden.

Wenn wir uns im Wald aufhalten ist es zwar still, aber nicht geräuschlos. Wir hören Vögel zwitschern, oder, wie ich momentan täglich, die Greifvögel schreien. Wir hören den Wind in den Bäumen. Vielleicht fließt ja irgendwo ein Bach und du hörst das plätschern des Wassers. Wenn du Glück hast hörst du das Bellen eines Fuchses.

All diese Geräusche stören nicht die empfundene Stille.

Wenn wir still sind und nur den Stimmen der Natur lauschen, schwingen wir uns ein auf die natürlichen Frequenzen der Natur, wir hören die Stille und können langsam entspannen.

Studien haben folgendes gezeigt:

Beim Hören von künstlichen, unnatürlichen Geräuschen richtete sich die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nach innen. Hier in unserem Inneren finden wir unsere Sorgen, Probleme und die Ereignisse der Tage. Aktiv wird das sympathische Nervensystem, was für Kampf oder Flucht steht.

Beim Hören von natürlichen Geräuschen wird unsere Aufmerksamkeit ins Äußere gelenkt. Wir können entspannen und zur Ruhe kommen, da diese Geräusche das parasympathische Nervensystem aktivieren.

Die Stimmen der Natur holen uns aus der geistigen Erschöpfung und beruhigen unser Gehirn.  

Vielleicht geht es dir ja so wie mir, ein Spaziergang im Wald hilft mir oft Ideen zu finden.

Ich wünsche dir viel Spaß beim nächsten achtsamen Waldspaziergang.

©Petra Nadolny, KräuterSchmiede 2019