Nein, keine Sorge, dass wird kein Artikel über das Rauchen. Ich meine angenehmen Rauch, in verschiedensten Duftvariationen.

Das Verräuchern von Pflanzenteilen – das Räuchern.

Obwohl wir das ganze Jahr über Räuchern können und in vielen Kulturen über das Jahr hindurch geräuchert wird, bringen wir eher die dunkle Jahreszeit damit in Verbindung. Auch mein Räucherstövchen wird jetzt wieder häufiger benutzt oder ich zünde Räucherstäbchen an. Bei Räucherstäbchen achte ich sehr darauf, dass diese aus natürlichen Zutaten entstanden sind. Die billigen Räucherstäbchen enthalten synthetische Düfte, die für mich viel zu stark und aufdringlich duften.

Meist ist allerdings mein Räucherstövchen an.

Das Verräuchern von Pflanzenmaterial ist ein uralter Brauch, in allen Kulturkreisen wurde geräuchert. Ein Land, welches mir sofort einfällt ist Indien, das Land, in dem Düfte zur Religion, dem Hinduismus, gehören. Hier gehen meine Gedanken sofort zu Räucherwerk wie Sandelholz, Guggul (indischer Weihrauch), Drachenblut, Vetiver, Patchouli, Benzoe, Zimt und Elemi.

Man hat früher geräuchert um eine Botschaft an den Himmel zu senden. Es wurde beim Meditieren und zur Reinigung eingesetzt. Selbst für Heilzwecke wurden bestimmte Pflanzen in die Glut gegeben.

Das Räuchern ist der Ursprung der Aromatherapie und der Parfümerie.

In früheren Zeiten wurden auch psychogene Pflanzen als Räucherwerk genutzt um Kontakt zu den Göttern und Ahnen zu haben. Davon sollten wir heute allerdings besser die Finger lassen. Es gibt so viele tolle Düfte, je nach Geschmack gibt es eine reichhaltige Auswahl an Räucherwerk. Mein absoluter Liebling ist das Styrax. Im Original handelt es sich um Harz vom Orientalischen Amberbaum (Liquidambar orientalis). Als Räucherwerk wird meist Holzkohle mit dem Balsam vom Amberbaum getränkt. Der Duft ist süßlich balsamisch, erinnert etwas an Vanille. Ein sehr sinnlicher Duft, der uns von unseren Alltagssorgen befreit.

Wir können prima Pflanzen, die wir im Garten oder in der Natur finden, zum Räuchern nehmen. Lavendel, Rose, Nadelgehölze, Beifuß, die Auswahl ist riesig. Beifuß als Räucherpflanze gehört auch zu meinen Favoriten. Sein Duft ist warm und beruhigend. Er wird auch oft benutzt um das Zimmer einer kranken Person auszuräuchern. Ein starker Duft. Beifuß pflücke ich, wenn er blüht und hänge diesen dann zum Trocknen auf. Jetzt lässt er sich trocken prima verräuchern.

Tolle Räucherwerke sind die Gewürze. Das ein oder andere Gewürz haben wir bestimmt in der Küche. Sternanis, Zimt, Kardamom und Nelke, um nur einige zu nennen, lassen sich gut auf das Räucherstövchen legen. Natürlich habe ich auch hier meinen absoluten Liebling, die Tonkabohne. Sie ist bestimmt nicht in jedem Haushalt vertreten. Ich gehe aber ganz stark davon aus, wenn jemand erst einmal die Tonkabohne gerochen hat, zieht dieses Gewürz schnell ein. Der Duft der Tonkabohne ist mandelartig und weich. Probiere es mal aus und deine Stimmung wird schlagartig sanfter und liebevoll. Tonka befreit uns, ähnlich wie das Styrax, von unseren Alltagssorgen und umhüllt uns mit Liebe.

Jetzt muss mit dem Schreiben aufhören und etwas Räucherwerk auf mein Stövchen geben, nur ein wenig für einen umhüllenden Duft.