Gehörst du zu den Menschen, die den Löwenzahn lieben? Oder ist diese Pflanze mit ihren strahlend gelben Blüten eher lästig für dich?

Ich mag diese kleinen Sonnen jetzt im Frühjahr sehr gerne und habe sie dieses Jahr schon häufig genutzt. Was ich alles damit gemacht habe, erzähle ich dir etwas weiter unten.

Früher haben die Menschen den Löwenzahn (Taraxacum officinale) als eine Zauberpflanze verehrt und in gewisser Hinsicht ist sie dies auch immer noch.

Jetzt im Frühling ist sie eine der ersten Pflanzen für zahlreiche Insektenarten. Uns Menschen hilft sie jetzt, die Schlacken der Winterzeit loszuwerden, indem sie uns hilft, zu entgiften. Die entgiftende Wirkung macht den Löwenzahn für mich zu einer besonderen Pflanze. Immer wieder lese oder höre ich, dass der weiße Milchsaft dieser Pflanze doch giftig sei. Nein, giftig ist die gesamte Pflanze nicht! Im Gegenteil. Die gesamte Pflanze ist nutzbar. Jetzt im Frühling und im Sommer nutzen wir die Blüten und die Blätter und im späten Herbst die Wurzeln.

Wir finden in dem Löwenzahn viele Mineralstoffe, Vitamine, Schleimstoffe, Inulin, Cholin, Flavonoide, aber vor allem Bitterstoffe. Die meisten von uns mögen Bitter gar nicht. Aus vielen Kulturpflanzen für den Verzehr wurden die Bitterstoffe rausgezüchtet. Dabei sind gerade die Bitterstoffe gesund. Der Löwenzahn hat seine Hauptwirkweise auf die Leber und die Galle. Und auch hier haben wir wieder den wichtigen Aspekt des Löwenzahns, die Entgiftung. Die Bitterstoffe regen die Verdauung an, zusammen mit dem im Löwenzahn enthaltenen Cholin. Cholin ist ein essenzieller Nährstoff, der für den Fettstoffwechsel, die Zellmembranstruktur und die Gehirnfunktion entscheidend ist.

Was den Löwenzahn so wertvoll macht, neben den bereits genannten Inhaltsstoffen, ist eine Vielzahl von Vitaminen. Wir finden im Löwenzahn die Vitamine A, B1, B2, B3, B5, B6, Folsäure, C, E, K und das bereits genannte Cholin. Gesünder geht es fast gar nicht. Doch Stopp, das ist noch nicht alles. Da sind natürlich noch die Mineralstoffe und die Spurenelemente. Hier hat der Löwenzahn Calcium, Eisen, Magnesium, Mangan, Phosphor, Kalium, Natrium, Bor und Zink zu bieten. Du siehst, eine Pflanze, die weit mehr ist als lästiges Unkraut auf Gehwegen und im Rasen.

Jetzt fragst du dich bestimmt, was du nun mit dem Löwenzahn alles machen kannst. Eine ganze Menge! Zum Beispiel:

– Löwenzahnsekt

– Falsche Kapern

– Löwenzahnhonig

– Löwenzahnkuchen

– Salat

– fermentierte Löwenzahnkringel

– Löwenzahnspaghetti

– Löwenzahneis

Am einfachsten und schnellsten sind Löwenzahnspaghetti.

Dazu nimmst du die Blütenstiele (ohne Blüten) und legst sie für ein paar Stunden ins Wasser. Danach gibst du die Stiele in einen Dampfaufsatz und dämpfst diese 5-10 Minuten, je nachdem, wie weich sie werden sollen. Die weichen Stiele sind lecker mit Pesto. Bedenke aber, eine leichte bittere Note hast du nach wie vor.

Du kannst die Stiele auch in Öl wälzen und mit etwas Salz bestreuen und bei etwa 130°C im Backofen oder im Airfryer kross werden lassen. Eine gesunde Alternative zu Salzstangen.

Probiere es aus.