Ich gebe zu, dass ich mich bisher wenig mit der Zitterpappel oder auch Espe beschäftigt habe. Fasziniert bin ich von den langen, weichen, männlichen Kätzchen, die nach der Blüte unter dem Baum auf dem Boden liegen. Während der Blüte sind diese Kätzchen gelblich, verblüht eher graubraun. Sie sind so schön flauschig weich. Die Zitterpappel ist übrigens zweihäusig, was bedeutet, dass es männliche sowie weibliche Bäume gibt. Die weiblichen Bäume tragen grüne, deutlich kleinere Kätzchen mit rötlichen Tragblättern und grauen Haaren. Ab Mai fliegen dann die zart behaarten Samen vom Wind getragen davon. Diese Samen sind schön zu sehen, wenn sie durch die Luft fliegen, und wir finden sie dann wirklich überall.
Die Zitterpappeln stehen bei uns am Gartenrand. Generell mag die Pappel als Lichtbaum helle Standorte. Dieser Baum ist mir eher durch seine Wurzelausläufer aufgefallen. Überall kamen im Rasen kleine Pappeln hoch. Sie wächst auf frischen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen Böden. Dieser Baum kann bis zu 35 Meter groß werden, bleibt aber meistens bei 20 bis 25 Metern.
Die Rinde junger Bäume ist glatt und gelbbraun und hat große, rautenförmige Korkwarzen. Die Borke älterer Bäume nimmt eine dunkelgraue Färbung an und bildet Längsrisse.
Die Zitterpappel, botanisch Populus tremula, hat noch eine Besonderheit, der sie auch ihren Namen verdankt. Ihre rundlichen Blätter sitzen auf einem langen Stiel und sind seitlich etwas abgeflacht. Dies führt dazu, dass bereits der leiseste Windhauch die Blätter zum Zittern bringt. Du kennst bestimmt den Spruch „er/sie zittert wie Espenlaub“. Von dem Baum ertönt ein Rauschen, wie wir es von keinem anderen Baum hören.
Sehr viele Schmetterlingsarten, unter anderem die gefährdeten Tagfalter wie der Große Eisvogel, der Große Fuchs und der Kleine Schillerfalter, nutzen die Zitterpappel als Nahrungsquelle.
In der Volksmedizin wird die Zitterpappel schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend eingesetzt. Ihre Rinde, die Laubblätter und die Triebspitzen enthalten Verbindungen von Salicylsäure. Susanne Fischer-Rizzi schreibt in ihrem Buch „Blätter von Bäumen“ von einem Blasen- und Prostatatee, der allerdings neben den Pappelknospen noch mit dem Kleinblütigen Weidenröschen, Goldrutenblättern und Zwergpalmenfrüchten versehen wird.
Auch in der Küche soll man die Zitterpappel nutzen können, ich habe es bisher noch nicht ausprobiert. Die jungen Blätter können geschnitten wie Sauerkraut fermentiert werden. Das werde ich dieses Jahr ganz sicher ausprobieren.
Das Holz dieses schnell wachsenden Baumes ist weich und wird auch heute noch für zum Beispiel Sperrholzplatten, Streichhölzer und zur Papierherstellung verwendet.
Dieses Jahr werde ich besonders auf das Rauschen der Zitterpappeln achten.
Fotos: Pixabay