Wir haben Anfang Januar, das neue Jahr hat begonnen, alle Zeichen stehen auf Start. Viele Menschen starten mit guten Vorsätzen, die allerdings meist über kurz oder lang wieder über den Haufen geschworfen werden.

Für mich startet das neue Jahr, wenn sich die ersten Pflanzen regen: die Kornelkirsche, die Hasel, Schneeglöckchen und Winterlinge. Wenn sich hier was regt, dann beginnt für mich das neue Jahr. Und ich kann es kaum erwarten. Ich brauche einfach die Farben um mich herum und natürlich auch die wärmeren Temperaturen.

Wir Menschen sind zyklische Wesen und, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, wir sind ein Teil der Natur. Ich gehöre zu denen, die im Winter weniger Energie haben. Mich zieht auch nicht wirklich viel nach draußen. Bis vor zwei Jahren musste ich täglich raus, mit dem Hund meine Runde drehen. Großer Hund, heißt auch große Runde. Es war sicher schön und etwas fehlt es mir auch, allerdings bin ich genauso froh, bei Frost, Schnee und Eis nicht nach draußen zu müssen. Sobald die Natur wieder zum Leben erwacht, sieht es bei mir völlig anders aus, da bin ich am liebsten nur noch draußen.

Ich habe mir überlegt, in diesem Jahr neben den Wildkräutern auch die ein oder andere Gartenpflanze zu zeigen und was ich aus ihnen mache. So sind letztes Jahr Dahlien bei uns eingezogen. Wusstest du, dass man Dahlien essen kann? Aus den unterschiedlichen Blütenfarben habe ich Dahliensalz gemacht.

Ein großes Thema ist in unserem Garten die Rose, die ich auch gerne in der Küche verarbeite. Begeistert bin ich vom Apfel-Rosen-Chutney. Als Rosengesellschaft liebe ich die wilde Möhre. Ihre filigranen Blütendolden passen zu jeder Rosenblüte.

Hast du schon gesehen? Es gibt mittlerweile auch weißen Löwenzahn in den Gärtnereien. Der steht bei mir ganz oben auf der Wunschliste. Ich denke aber, dieser weiße Löwenzahn kann dem gelben wilden Löwenzahn seinen Platz bei mir nicht streitig machen, ist dieser doch eines meiner Lieblingswildkräuter.

Zurück zum Winter und dem Schnee draußen. Was mir an dieser weißen Welt gefällt, ist die Ruhe draußen. Es ist so still, das gefällt mir sehr. Ich stelle mir vor, wie unter der Erde die Pflanzen und die Samen schlafen, sich ausruhen und Kraft schöpfen für die Saison, die vor unserer Tür steht.

Ich denke natürlich auch an die Vögel draußen und die Eichhörnchen. Auch die werden gefüttert, wobei wir das ganze Jahr über füttern. Jetzt im Winter gibt es hier vier Futterstellen plus gefüllte halbierte Kokosschalen, die ich selber wieder auffülle, sowie meine gefüllten Tassen. Die Eichhörnchen bekommen Walnüsse. Natürlich finden auch die Mäuse genug Kerne, die runtergefallen sind. Hier werden auch die verblühten Stauden im Herbst nicht geschnitten, alles bleibt für die Tierwelt draußen.

Ich hoffe, du kommst gut durch den Winter, und verabschiede mich für heute von dir.